Top

Filmkritik: “Der Seewolf” auf ProSieben

25.11.08

Die Neuverfilmung des Abenteuerromans “Der Seewolf” wurde am gestrigen Abend auf ProSieben um 20:15 Uhr ausgestrahlt. Der zweite und letzte Teil wird heute gezeigt. Ich habe mir die mit Spannung erwartete Verfilmung angeschaut und wurde sowohl enttäuscht als auch an manchen Stellen überrascht. Die Rolle des Wolf Larsen spielt der Hollywoodstar Thomas Kretschmann und verkörpert diese recht gut. Er zeigt einen gewalttätigen brutalen Larsen dem nur seine Kraft etwas bedeutet und interessiert das Leben seiner Mitmenschen nur wenig. Bei den brutalen Szenen etwa als Larsen den aufmüpfigen Johansen an Deck fast zu Tode schlägt ist viel Blut geflossen und war für manchen Zuschauer sicherlich nicht angenehm anzusehen.

Die Schlüsselszene in der Kombüse, wo Larsen vor den Augen seines Kontrahenten Humphrey “Hump” van Weyden eine rohe Kartoffel mit der bloßen Hand zerdrückt konnte nicht überzeugen. Erstens war die Kartoffel geschält und zweitens war sie klein. In der ZDF-Verfilmung aus dem Jahre 1971 hatte Raimund Harmstorf als Wolf Larsen eine ungeschälte Kartoffel und dazu noch ein größeres Exemplar zerdrückt. Bei der Auswahl der Knolle hätte der Regisseur sorgfältiger sein sollen.

Die philosophischen Dialoge zwischen Hump und Larsen sind zwar überzeugend aber wirken wie nachgesprochen. Einen gravierenden Fehler hat sich der Filmemacher allerdings erlaubt und zwar wurde der schwarze Matrose nicht Oofty-Oofty sondern Smoke genannt. Die Namenswahl ist da schlecht getroffen worden. Der zweite Teil wird zeigen ob das Remake tatsächlich zum Schluss noch überzeugen kann oder nicht. Die technische Ausführung ist erstklassig und die Rollenbesetzung ebenfalls, zum Beispiel wird der schmierige Schiffskoch Thomas Mugridge wird klasse präsentiert. Der Film wird wohl in wenigen Monaten auf DVD erscheinen und werde mal schauen ob ihn mir dann kaufe oder nicht.

Kommentare zu Filmkritik: “Der Seewolf” auf ProSieben

3 Kommentare zu “Filmkritik: “Der Seewolf” auf ProSieben”

  1. Totti on November 25th, 2008 23:03

    Die 71′er Verfilmung mit Harmstorf ist um Längen besser !
    Gerade die Rückblicke in die Jugend von van Weyden + Larsen, wie auch die Suche nach der “Insel von Swiffin Hall” 10 Jahre später fehlen vollkommen.

    Der schmierige Koch Mugridge + Larsen sind schauspielerisch gut getroffen. Der Ton ist saumäßig .. alle Schauspieler scheinen sich ständig etwas in den Bart zu stammeln.

    Ich bleib bei dem Weihnachtsvierteiler von 1971 .. dagegen hat diese Verfilmung keine Chance !

  2. halber on November 25th, 2008 23:57

    Ich schließe mich Totti im großen und ganzen an.
    Larsen wirkt in meinen Augen zu schwach. Er kann seine Stärke nicht immer eindeutig zeigen.
    Das Ende vom heutigen zweiten Teil ist mehr als schwach. Van Weyden und Maud Brewster bauen mal eben eine Hütte am Strand nach mehr als 500 Milen auf offener See. Aber das ist ja noch nicht alles. Auch der “Wiederaufbau” der Ghost ist eher langweilig und auch nur mit viel Fantasie zu ertragen. Zudem fehlt wie bereits ein erheblicher Teil des ganzen Abenteuers.
    Ich bleibe auch bei der Verfilmung von ‘71.

    Bleibt abzuwarten, was der ZDF gemeinsam mit Tele-München produziert.

  3. donnyduck on November 27th, 2008 16:20

    Als man sich an die Figuren gewöhnt hatte, hatte der Film im ersten Teil seine Qualitäten, wenn auch die Schauspieler allesamt nicht die Authentizität und das Charisma des 71 er Vierteilers darzustellen im Stande waren. Aber es war gut erträglich, wenn man auch das meiste des Vierteilers (und wohl auch des Buches, habe es bislang leider noch nicht gelesen) einfach unterschlagen hat. Dagegen wurden Gewalt und sogenannte “Äktschenszenen” über Gebühr ausgeschlachtet(na, Pro7 halt). Auch Mugridge der Koch und Larsen waren nicht schlecht dargestellt, während Hump ein undurchsichtiger zartbesaiteter, leisesprechender Dösbaddel, nicht überzeugt hat.(ich meine, der Schauspieler kann nicht anders, weils in Seifenopern der Privatsender immer nur ums dumm rum quatschen geht, und da kommt der wohl her). Also wie gesagt, der Film durchaus erträglich, und durchaus positiv gestimmt beginnt man am nächsten Tag, sich den 2. Teil anzutun. Aber ach, ich war wohl nicht ganz von Anfang an dabei, plötzlich ist da ein honigblondes Mägelein auf dem Boot(Schiff kann man das Bötchen, auf dem zu Spitzenzeiten mindestens 20 oder 25 Menschen hantieren,essen, schlafen, kacken, arbeiten müssen). Hab leider nicht mitgekriegt, wie die aufs Boot gekommen ist. Auf jeden Fall ist sie da, mit unschuldigem Dackelblick, einem Schrumpfkopf mit zugespachtelten Pickeln, stümperhaft quäkender daily-soap-Stimme, unglaublichem Ausschnitt unter einem Dutzend ausgehungerter Männer im besten Mannesalter, brav ihren immer sauberen rötlichen Samtrock raffend, der trotz aller Widrigkeiten bis zum Schluss unbeschadet durchhält, obwohl man ihn genervt vom dauernden Hochziehen am liebsten 50cm abgeschnitten hätte.
    Nun ist es vorbei mit der Logik des Films, von Larssen vergewohltätigt, schreit sie dreimal komisch,(Lust oder Schmerz???) , Hump hört, wundert sich von wem weiblichen Lustschmerzschreie herrühren, er fährt dazwischen, wird umgehauen, der Seewolf hat seinen Kopfschmerzanfall und krümmt sich am Boden (tja, verkrampftes Liebesspiel kann so manches verursachen) und das Mädel fragt nur:”Woher kommen nur seine Kopfschmerzen”. War wohl doch Lust, und sie ist nicht zum Höhepunkt gekommen. Sonst haben Frauen doch immer Kopfweh, aber schon vorher,lach!
    Möchte sogern ernsthaft sein, aber eine ernsthafte Kritik ist nicht mehr möglich, denn dem Drehbuchschreiber, dem Regisseur und dem ganzen Stab ist die Lust vergangen, weil sie den Anblick der Tuss nicht mehr ertragen konnten, so liess man in der Großsegeljolle mind.500 km nach ?Yokohama? segeln, problemloses Unterfangen und beide, der Leisetreter und die Tuss, sahen aus, wie grad aus der Kur, siezten sich nach den vielen Strapazen immer noch, kein Löchlein im Kleidchen, das Segel wie frisch genäht, keinen Durst, keinen Hunger verspürend, sich selig aufs gelobte Inselchen legend, als gäbe es da nicht etwa wilde Tiere oder blutrünstige Eingeborene. Romantisch und moralisch vorbidlich wird ein Schilfhäuschen gebaut, ein Feuerchen gemacht, dass nach einer Nacht Wolkenbruch immer noch qualmt. Dann entdeckt man das Bötchen, in ihm der Seewolf, der tagelang angekettet am Schiffsboden schmachtet, und der sich dann endlich nach langem hin und her und nach einiger dümmlicher Plattsprüche der holden Blonden endlich freimachen konnte. Der Film treibt sich dem Höhepunkt entgegen, die Calamity Jane für Arme schießt den armen Seewolf in den Bauch, der dann stirbt und als Paket ohne Absender ins Wässerchen versenkt wird. Das unter unglaublicher Kraftanstrengung und tagelangem Nähen von Segeln innerhalb von ein paar Stunden wieder flott gemachte Bötchen segelt mit den 2 Lustdrosseln dem Morgen oder Abendrot entgegen bis man ein Schiff sieht…
    Fazit: es sind viele gestorben im Film, aber den Leisetreter und die Tuss hätten zuerst dran glauben sollen und der Film wäre erträglicher gewesen..

    2.Fazit: dagegen ist der 70 er Jahre vierteiler ein Meisterwerk, und es ist m.E. auch nicht nötig, den nochmal zu verfilmen.
    3.Fazit: ich werde niemals mehr einen Film anschauen, der von den Privaten produziert wird,isch schwör! Wenn man die Filme in den öff.rechtl. anschaut, wird man weniger enttäuscht, und man zahlt plötzlich sehr gern die GEZ. Und braucht dazuhin auch keine Werbeunterbrechungen hinzunehmen, wenigstens ab 20Uhr.

    Ich wage mich Schulnoten zu vergeben:

    Seewolf: 3
    Koch: 2
    Hump:5
    die Tuss: 6-
    die 2 Crew-Mitglieder, die mehr als nur Murmeln, Gestammel zu sagen hatten:2
    Regisseur: gabs da überhaupt einen?
    Drehbuch: muss der selbe sein wie GZSZ oder wie die heißen, ach ja, vielleicht wars auch der gleiche Regisseur

Geb deine Meinung ab!





Bottom